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durch  |  07-Jan-2017 19:06

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Bei Gisbert zu Knyphausen („Kräne“) und Nils Koppruch („Komm küssen“) dagegen entsteht aus zwei losgelösten Individuen ein in sich geschlossenes Universum namens Kid Kopphausen.Unter dieser Flagge überzeugen die beiden langjährigen Buddies auf ihrem Debütalbum „I“ mit der intensiven Mischung aus Melancholie und doppelzüngiger Ironie und erzählen herrlich kauzige Geschichten, die vor allem zwischen den Zeilen stattfinden.

Wenn er sich aus dem Staub machen muss, verwandelt er sich kurzerhand in einen Matrosen (Moses), und wenn er seine Zeche nicht bezahlen kann, dann stimmt er eine Kneipenhymne an wie Jeden Montag, die am Ende in einer so unübersichtlichen Sause mündet, dass er sich unbemerkt rausschleichen kann.

Er singt Lieder, irgendwo zwischen Existenzialismus und Psychedelik (Wenn der Wind übers Dach geht) und solche, die klingen, als seien sie als Rausschmeißer für Höllenkneipen wie den „Titty Twister“ in From Dusk Till Dawn gedacht (Haus voller Lerchen). Und der Kid singt immer wieder Lieder wie Meine Schwester, die mit ihrer Urigkeit und tollen Sprachbildern so klingen, als seien sie eigentlich verschollene Volksweisen aus der Sierra Nevada, die jemand in einer stillgelegten Goldmine ausgegraben und ins Deutsche übersetzt hat. „Ich lag ’ne Weile lang im Koma und jetzt bin ich wieder wach / ich hab’ euch Blumen und Pralinen vom Arsch der Hölle mitgebracht“, singt zu Knyphausen und die Band macht dazu genau das, was Primal Scream alle paar Jahre veranstalten, wenn sie genug von Innovation haben und den guten alten Rock’N’Roll zelebrieren. Und spätestens beim Rausschmeißer Nur ein Satz, an dem Linguisten ebenso ihre Freude haben werden wie alle, die gerne in der Atmosphäre von The End leben wollen, klingen Knyphausen und Koppruch nicht nur wie zwei glorreiche Halunken, sondern auch doppelt so alt, wie sie wirklich sind, wie Bob Dylan, Johnny Cash oder Leonard Cohen.

Wieso ist jemand wie Gisbert zu Knyphausen plötzlich ein Star unter den neuen deutschen Songschreibern? Ein Blues Stampfer, der mit eckigen Beats daherkommt. Diese Ambivalenz von Bissig- und Verbindlichkeit zieht sich zusammen mit scheppernden Westerngitarren durch die gesamte Platte. Hier [Anm: „Im Westen nichts neues“] steht Koppruch gesanglich im Vordergrund, wird aber dezent von Knyphausen begleitet.

Diese Konstellation ist – mit immer wechselnden Rollen – die typische für die Platte: Ein Zwiegesang, ohne ein richtiges Duett zu sein. Auf jeden Fall mehr als zwei Freunde, die zusammen Musik machen und bei denen jeder dies und das einbringt.

Er hat viel gesehen und wird sich auch in Zukunft nicht so schnell schocken lassen.“ (Wertung: 7/10)„Wenn man sich “I“, das Debüt der zwei derzeitig wohl besten deutschen Liedermacher Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch unter dem Bandverbund Kid Kopphausen, anhört, so erscheint das Doppel so logisch, so stimmig, dass man meint, dass beide bereits jahrelang zusammen schreiben und musizieren würden. Dass die zwölf auf “I” enthaltenen Titel am Ende kaum mehr sind als die Summe ihrer einzelnen kreativen Teile und sich sowohl Knyphausen als auch Koppruch kaum über Gebühr von ihrem eigentlichen Betätigungsfeldern weg bewegen, stört wegen der grandiosen individuellen Qualität kaum. Wer sich in der Vergangenheit für Fink, Nils Koppruch oder Gisbert zu Knyphausen begeistern konnte, der wird auch an diesem einladend schroffen Album zweier großer Poeten seine Freude haben.

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